Laserz – Gipfelglück im vierten Anlauf

Lienz in Osttirol ist, wie schon im Beitrag über die Klettersteige Adrenalin und Dopamin erwähnt immer eine Reise wert. Im Drautal gelegen findet jeder Unternehmungen. Neben dem Wildwassersport lag mein Fokus in den letzten Jahren im Klettern und Klettersteig gehen. Die Lienzer-Dolomiten bieten einiges an Abwechslung. Klettersteige, Wanderrouten, Panoramawege und alpine Klettertouren –  Dem Alpinisten geht das Herz auf. Der Klettersteig auf den Laserz war ein Projekt, was wir schon im ersten Besuch in Lienz auf unserer Wunschliste hatten. Es sollte aber nie sein. Meistens sah das Wetter am Tag der Besteigung so aus:OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im vergangenen Jahr hat es dann aber tatsächlich geklappt…

Nach einer sehr entspannten Nacht im Steinerhof sind wir begeistert von gleich zwei Dingen:

1. Der Blick aus dem Fenster (Ja! Blauer Himmel und Sonnenschein! Wir können es fast nicht glauben:CIMG1161Auch der Blick Richtung Berge sagt uns: Es ist noch ein wenig Feuchtigkeit in der Luft, aber wir können es wagen. Es ist Juni und auch in den hohen Lagen liegt (fast) kein Schnee mehr.

2. Das Frühstück der Hausherrin. Frau Steiner bringt mehr auf den Tisch als wir essen können. Also noch eine Brotzeit für den Tag vorbereiten und dann kann es los gehen.

Wir checken noch mal schnell unsere Rucksäcke (wir haben ja eine tolle Checkliste), füllen unsere Getränke auf, schmeißen das dicke Fleece raus (was André im Laufe des Abstiegs noch bereut) und machen uns auf den Weg zum Ausgangspunkt unserer Tour. Mit dem Auto geht es vorbei am Tristacher See über eine Mautstraße zum Parkplatz der Lienzer Dolomitenhütte. Wer es besonders sportlich mag kann den Weg hierhin auch mit dem Mountain Bike zurücklegen. Aus dem Tal legt man aber gute 800 Höhenmeter zurück. Die Hütte ist zauberhaft am Hang gelegen und bietet von der Terrasse einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge. Bei gutem Wetter kann man von hier bis zum Großvenediger schauen. Es lohnt sich auch nur zum Einkehren diese, 2008 neu errichtete Hütte zu besuchen. Wir sind aber nicht zum Einkehren hier – Zumindest noch nicht.

Auto Parken, Bergschuhe anziehen, Rucksack schultern, Rucksack wieder absetzen, Jacke wieder ausziehen (Ja, das Wetter ist tatsächlich so gut, dass wir im T-Shirt los laufen können), Rucksack wieder schultern und endlich geht es los.

Wir folgen den Hinweisschildern Richtung Rudi-Eller-Weg. Ein breiter Fahrweg führt uns immer höher und die ersten Höhenmeter vergehen wie von selbst. Ein wenig aufs Gemüt schlägt nur der Blick in Richtung Tal. Während der Gipfel vor strahlend blauem Himmel steht schauen wir im Tal dichten Wolken und Nebel entgegen. IMG_2929

 

Alles halb so schlimm. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Nach gut anderthalb Stunden Gehzeit treffen wir kurz nach der Kuhalm in einem kleinen Geröllfeld auf den Einstieg zum Klettersteig. Am Wandfuß, geschützt vor Steinschlag machen wir eine kurze Brotzeit und entscheiden uns dazu doch die Regenjacken anzuziehen. Sicher ist sicher.

Die knapp 650 Klettermeter durch die 400 Meter hohen Westabbrüche der kleinen Laserzwand haben es an einigen Stellen in sich. Der Klettersteig ist C/D bewertet. Vor allem das erste Viertel ist sehr steil und fordert Kraft ab. Allerdings sind wir gut vorbereitet.

Leider fängt es unterwegs an zu nieseln. Wir nehmen das als Ansporn und machen unterwegs keine Pausen mehr. Nach etwa einer Stunde stehen wir am Ausstieg. Aus dem Nieselregen hat sich echter Regen entwickelt. Wir überlegen kurz den Anstieg zum Gipfel weg zu lassen und direkt abzusteigen. Wäre aber quatsch. Also die zehn Minuten auf einem schmalen Pfad zum Gipfel; Gipfelfoto und auf zum Abstieg.

Auf dem Weg zurück zur Dolomitenhütte hört es endlich auch wieder auf zu regnen. Die Sicht wird wieder besser und unsere Laune bessert sich deutlich. IMG_2954Ein Stück Apfelstrudel und ein Radler sorgen dafür dass es uns wieder richtig gut geht. Die Hütte ist mit einem großen Kamin auf sicher 25 Grad aufgeheizt. Auch das sorgt für gute Laune.

Zu guter letzt können wir resümieren: Eine tolle Tour. Der Klettersteig ist hervorragend abgesichert, die Wege gut markiert und die Einkehr lohnt sich in jedem Fall. Das mit dem Wetter: Was soll ich sagen… Haken dran…

Ein gutes Topo zu der Tour findet Ihr hier.

 

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