Klettersteige Adrenalin und Dopamin – In Osttirol ist der Name Programm

Osttirol ist seit Jahren jeden Sommer für mindestens eine Woche Ziel für einen Kurzurlaub. Die Bezirkshauptstadt Lienz ist dabei immer Ausgangspunkt für die verschiedensten Unternehmungen. Die zentrale Lage im Drautal, inmitten hoher Berge, nicht weit vom Großglockner sorgt dafür, dass man nie an den Punkt gelangt, an dem man nicht mehr weiß, was man als nächstes tun soll.

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Von der Lienzer Innenstadt sind viele Aktivitäten zu Fuß zu erreichen. Spektakulär sind die Klettersteige in der Galitzenklamm.

Die Galitzenklamm ist über den Drautalradweg von Lienz in wenigen Minuten erreicht. Mit dem Fahrrad erreicht man die Jausenstation am Klemmeingang nach etwa zehn Minuten. Der Radweg führt entlang der kanalisierten Drau, vorbei an der Wildwasser-Kanu-Strecke durch den Wald. An der Jausenstation zahlt man zwischen Mai und Oktober 4,50 € Eintritt zum Wassererlebnispark. Unmittelbar hinter der kleinen Eingangshütte sieht man zum ersten Mal die komplette, imposante Klamm. Einige Bänke bieten Platz einen letzten Snack zur Stärkung zu sich zu nehmen und die Klettersteigausrüstung anzulegen. Im unteren Teil der Klamm empfiehlt es sich auch bei gutem Wetter eine Regenjacke überzuziehen. Um zum Adrenalin-Klettersteig zu gelangen muss man den Übungsklettersteig passieren. Dieser führt vor allem über Stahlklammern, -Stifte, einige Burmabridges durch die tief eingeschnittene Klamm. Oft ist der gesamte Klettersteig durch die Gischt sehr nass. Wer sich das Schauspiel entgehen lassen und dafür aber trocken bleiben möchte kann diesen Teil aber über die Holzstege des Wasserlehrpfades hoch oben in der Klamm umgehen. Wir gehen den Übungsklettersteig bei jedem Besuch. Er bietet eine schöne Gelegenheit neuen Begleitern ihre Ausrüstung näherzubringen und sie auszuprobieren.

Nach etwa einer halben Stunde erreicht man den Ausstieg, eine Plattform des Wasserlehrpfades. Dort gibt es die Möglichkeit die Regenjacke im Rucksack zu verstauen, sich noch mal zu stärken und einfach den Blick in die Klamm zu genießen.

Frisch gestärkt steigt man in den Adrenalin-Klettersteig ein. Über eine etwa 7 Meter lange, steile, glatte Platte, welche direkt Einigen ihre Grenzen aufzeigt geht es los. Anschließend gelangt man auf einen schmalen Pfad. Der Pfad ist mit einem Drahtseil gesichert. Wer trittsicher unterwegs ist lässt in diesem Bereich die Karabiner am Gurt und kommt schnell voran. Nach einigen hundert Metern geht es in engen Schleifen hinunter in die Schlucht. Hier folgt man dem Drahtseil entlang steiler Felsen. Der Klettersteig verläuft hier einige Zeit ohne Höhenmeter zu machen waagerecht immer mit Blick in die Schlucht etwa 10 Meter oberhalb des Galitzenbaches.

Nach einer knappen Stunde gelangt man zu einer letzten Birmabridge. Hier überquert man in etwa 15 Metern Höhe den Bach und gelangt auf ein kleines Geröllfeld. Mit Blick in die Schlucht gibt es hier die Möglichkeit auf großen Felsen in der Sonne eine Pause einzulegen. Direkt nach der Pause geht es dann in die Vertikale. Die ersten Klettermeter sind steil im Schwierigkeitsgrad C/D. Der Fels ist sehr griffig und die Stahlstifte in der Wand in gut erreichbaren Abständen. Nach etwa 100 Höhenmetern kommt man an die Schlüsselstelle des ersten Pfeilers. Eine etwa 30 Meter lange Stelle im Schwierigkeitsgrad E. Die Felsnase ragt ausladend und leicht überhängend über die Schlucht. Hier ist Muskelkraft gefragt. Gerade mit Rucksack kann das Umhängen des Klettersteigsets durchaus sehr anstrengend sein. Wer sich seiner Kraft nicht sicher ist kann diese Schlüsselstelle aber auch über eine mit Schwierigkeitsgrad C bewertete Umgehung ausweichen. Dann geht es senkrecht immer weiter. Nach etwa einer Stunde ist man am Ausstieg. Von der Ausstiegsbank mit Wandbuch hat man einen tollen Blick in den Lienzer Kessel. Es lohnt sich nach dem Ablegen der Klettersteigausrüstung noch etwas sitzen zu bleiben und den Blick zu genießen.

Um zum Ausgangspunkt zurück zu gelangen steigt man erst etwa zehn Minuten durch den Tannenwald weiter bergauf. Dann gelangt man zum Goggsteig. Diesem folgt man auf immer breiter werdenden Wegen bis zum Ende einer Rodelstrecke. Von dort noch etwa zehn Minuten über einen breiten Fahrweg zurück zur Jausenstation.

Jetzt hat man zwei Möglichkeiten: 1. Den Tag bei einem Radler und etwas leckerem zu Essen ausklingen lassen oder, 2: Direkt in den Dopamin-Klettersteig einsteigen. Wer wirklich fit ist und das Namensgebende Hormon ausschütten möchte steigt in den Domamin-Steig ein. Dieser fängt direkt hinter der Eingangshütte der Galitzenklamm an. Man quert den Galitzenbach, steigt einige Meter an und dann direkt in den Klettersteig ein. Der Steig ist durchweg mit dem Schwierigkeitsgrad D bewertet und sollte nicht unterschätzt werden. Viele Stellen sind außerordentlich ausgesetzt. Die Schlüsselstelle, die komplett mit Schwierigkeit E bewertete Variante „Masochist“ sollte nur von Klettersteig-Gehern begangen werden, die auch rudimentäre Klettererfahrung haben. Wer schnell unterwegs ist, schafft den Klettersteig in etwa anderthalb Stunden. Wer so schnell unterwegs ist hat sich dann aber wirklich das Radler verdient. Eine absolute Powertour!

Tipps:

Informationen über die Gallitzenklamm gibt es hier.

Hervorragende Topos gibt es hier für den Adrenalinsteig und hier für den Dopaminsteig.

2 Gedanken zu “Klettersteige Adrenalin und Dopamin – In Osttirol ist der Name Programm

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