Wandern in der Wallonie – Von Kobolden, Essen und Moor.

Auf der Suche nach neuen Reisezielen neigt man schnell dazu in die Ferne zu schweifen. Man verliert den Blick dafür, das wundervolle Natur schon in wenigen Stunden Autofahrt von Köln aus zu erreichen ist. So konnte ich am vergangenen Wochenende erfahren wie zauberhaft es sich in Belgien, genauer gesagt in der Wallonie wandern, speisen und leben lässt.

Ein Weg durchs Moor - Hohes Venn

Ein Weg durch Europas größtes Hochmoor – Hohes Venn

Ich war unterwegs in den Ardennen und im hohen Venn. Wunderschöne Talwege, hochinteressante Einblicke ins Hochmoor und unglaublich gutes Bier und Essen.

Vom Ferienhaus in Vielsalm fährt man eine Viertelstunde zum Parkplatz an der La Chouffe Brauerei in Achouffe. Wir haben Glück und fahren dem für diesen August typischen Wetter davon und stehen morgens um zehn Uhr abmarschbereit vor unserem Wanderführer und kramen erst einmal nach unseren Sonnenbrillen. Soviel zu: Denkt an eure Regenjacken… Direkt an der Brauerei vorbei geht es entlang eines kleinen Baches und ausgetrockneten Forellenbecken über enge Pfade durch die wilde Natur.

Einstieg der Wanderung - Direkt an der Brauerei

Einstieg der Wanderung – Direkt an der Brauerei

Über eine Anhöhe, an der wir eine kurze Pause einlegen und mit heimischem Schlehen-Likör verwöhnt werden geht es hinab in das Tal der Feen. Der Weg erinnert unterwegs fast an eine Kulisse aus einem Herr der Ringe Film. Die Hänge zum Bach Ruisseau de Martin Moulin sind Moos und Farn bewachsen und man ist in einem Eldorado für Pilzsammler.

Es geht über Stock und Stein immer am Bach entlang. An vielen Stellen merkt man deutlich, dass der August selbst für die regenreiche Region sehr nass war. Wohin das Auge wandert: überall offenbart die Natur wunderschöne Eindrücke. Nach etwa sieben Kilometern erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, die La Chouffe Brauerei und stärken uns mit einem leckeren Belgischen Bier.

Nach einer kurzen Führung durch die Brauerei, bei der in einem wirklich netten Video die Geschichte der Brauerei erklärt wird kehren wir in der angeschlossenen Braustube ein. Das Essen erklärt, wieso die Menschen hier so zufrieden zu sein scheinen. Außerdem merkt man den französischen Einfluss – lecker!

Gut gestärkt geht es weiter nach La Roche en Ardenne. Hier holt uns das typische August-Wetter ein. Es nieselt. Wir lassen uns davon nicht beirren und laufen los. Über immer schmaler werdende Pfade geht es rund um den Ort. Wir klettern über große Schieferplatten, die durch den Regen gemein rutschig sind hoch zu einem Aussichtspunkt über das Städtchen. Bei gutem Wetter mag der Blick sicher nett sein. Die Ruine der Burg thront auf einem Felsen im Kern des Städtchens. Man sieht der Stadt die fast 90%ige Zerstörung durch die Alliierten im zweiten Weltkrieg deutlich an. So stark unterscheidet sich die Architektur von den typischen Kalkstein-Häusern der Orte durch welche wir auf dem Weg gefahren sind. Durch ein Wildreservat steigen wir wieder in den Ort ab. Leider scheint selbst das Wild bei diesem Wetter lieber im Bett zu bleiben.

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Zurück im Städtchen lädt die Metzgerei Maison Bouillon & Fils zur Besichtigung. Der Chef persönlich führt uns durch die Produktion, lässt uns den hervorragenden Ardenner Schinken testen und serviert eine Mischung aus dem oben erwähnten Schlehen-Likör und Sekt. Erfrischend.

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Eigentlich schon glücklich und satt fahren wir zurück ins Ferienhaus. Weil wir aber ja doch irgendwie noch nicht genug haben gehen wir am Abend doch noch mal Essen. Fisch, Schinken/ Wurst, Coq au Vin, Creme Brulée und dann noch Pralinen um alles abzurunden. Das Team des Le Table de Marie gibt alles.

 

Nach einer kurzen Nacht erwartet uns was? Regen. Wir lassen uns die gute Laune nicht nehmen und brechen nach einem kurzen Frühstück Richtung hohes Venn auf. Naturführer Erwin Legros erwartet uns bereits und führt uns bei strömenden Regen durch das größte Hochmoor Europas. Man merkt schnell, Erwin lebt für das Moor. Mit seinen 78 Jahren strahlt der frankophone Sohn eines Venn-Manns und einer Deutschen eine unbeschreibliche Lebensfreude aus. Er zeigt uns alle Besonderheiten des Moors, kann uns alle Einzelheiten bis ins kleinste erklären, ohne dass wir uns an Schulzeiten erinnert fühlen. Jeden Venn-Bewohner, ob Pflanze, Insekt oder Wild-Tier kann er benennen und ihre Eigenarten beschreiben. Ich könnte Ihm stundenlang zuhören.

Trotz, oder gerade aufgrund des schlechten Wetters strahlt das Venn für mich eine ganz besondere Energie aus. Ich finde was schon bei Regen so schön ist muss bei gutem Wetter ein Traum sein. Noch während Erwin spricht ist für mich klar: Ich komme wieder. 

Um den Tag abzurunden und uns aufzuwärmen kehren wir noch einmal ein. Das Essen ist einfach zu gut.

Ein ausführlicher Bericht über das Venn mit mehr Bildern, Geschichten von Erwin und Fakten folgt demnächst hier.

Klar ist: Ein Wochenende geht vorbei und ich habe eine weitere wunderschöne Gegend kennen gelernt. Vielen Dank an Belgien Tourismus, die mich zur dieser Reise eingeladen haben, vielen Dank an all die netten Menschen, die ich auf diesem Tripp kennen lernen durfte. Es war toll.


Nützliche Informationen

Zu einer Reise nach Belgien oder in die Wallonie im speziellen findet man auf den Seiten von Belgien Tourismus.

Informationen zum Wandern im Hohen Venn gibt es auf den Seiten der Tourismusagentur Ostbelgien. Einen Routenplaner gibt es hier, für das Smartphone gibt es für iOS und für Android.

Unterkünfte für jede Gruppengröße und jeden Geldbeutel findet man bei Ardennes-Etape.

4 Gedanken zu “Wandern in der Wallonie – Von Kobolden, Essen und Moor.

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