Mein Zelt auf der Klippe
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Rund ums Kattegat – Acht Tage Bikepacking in Dänemark und Schweden!

Nach einigen kürzeren Bikepacking-Trips in den vergangenen Monaten wurde es endlich mal wieder Zeit eine längere Zeit auf dem Rad zu verbringen. Durch Fronleichnam und einen Brückentag hatte ich zehn Tage Zeit. Genau die richtige Zeitspanne, um eine Tour anzugehen, die ich mir schon vor einiger Zeit vorgenommen hatte: Die Umrundung des Kattegats. 


Die Runde um sKattegat

Kattegat nennt man den Bereich Ostsee zwischen Schweden und Dänemark. Im Norden endet es in der Nordsee. Die Grenze zur Nordsee verläuft in einer Linie zwischen Skagen in Dänemark und Göteborg in Schweden. Im Süden ist es begrenz durch die großen dänischen Inseln Seeland und Fünen. Ich habe meine Runde noch etwas weiter südlich angesetzt und bin über die Inseln Aero, Langeland und Lolland in der Belt-Region geradelt.

Also gesagt getan! Vier Wochen vor meiner Reise habe ich einen Zug nach Flensburg gebucht und ab diesem Zeitpunkt immer wieder mit Sorge auf den Wetterbericht geblickt. Aber: Obwohl die Saison in Schweden und Dänemark erst im Juli so richtig los geht zeigte die Langzeitprognose im Norden durchweg bestes Radreise-Wetter an. Also habe ich am Wochenende bevor es los ging das Rad geputzt, eine neue, frisch gewachste Kette aufgezogen, neue Dichtmilch in die Reifen gefüllt und war im Outdoor-Laden meines Vertrauens, um Verpflegung und ein paar Ersatzteile zu besorgen. Am Vorabend der Abfahrt habe ich dann nochmal alles, was ich mitnehmen wollte auf dem Esstisch ausgebreitet. Ich habe zwar meine Bikepacking mit Zelt Packliste, aber so kann ich schauen wie ich Ausrüstung, Klamotten und Verpflegung am besten im begrenzten Platz verstaut bekomme und ob alles da ist oder ich wieder zu viel mitnehmen will. Aus Komfortgründen habe ich mich auch auf dieser Tour für mein Zweipersonenzelt entschieden. Das nimmt zwar etwas mehr Platz weg, bietet aber genug Platz um auch bei Regen im Trockenen zu essen, Taschen zu packen oder einfach Zeit zu verbringen. Als alles verstaut war ging es früh ins Bett, weil der Wecker klingelte seeeehr früh am nächsten Morgen.


Tag 1 Köln- Flensburg – Ærø 

Meistens bedeutet es nichts Gutes wenn der Wecker mitten in der Nacht klingelt. Auf das Klingeln um 4:45 Uhr an diesem Donnerstag habe ich mich aber wirklich gefreut! Kaffee, Porridge, Zähneputzen und ab aufs Rad. Anderthalb Kilometer zum Hauptbahnhof in Köln sind durch die menschenleere Stadt schnell gerollt. Der ICE nach Hamburg ist pünktlich und ähnlich leer wie die Stadt. Vier Stunden bis Hamburg, in die Regionalbahn umgestiegen und um kurz vor eins bin ich wie geplant in Flensburg. Vom Bahnhof ist es nur ein Katzensprung bis in den Hafen. Von hier führt mich die Route entlang der Förde. Hier mache ich dann auch direkt die ersten Höhenmeter und gerate in den ersten Regenschauer. So plötzlich er kam und so stark der Wolkenbruch auch war, so schnell ist er auch wieder vorbei und ich überquere schon nach sieben Kilometern die dänische Grenze. Jetzt folge ich für rund 25 Kilometer EV 10. Bei Kilometer 30 verlasse ich diesen, um einem Wanderweg direkt an der Küste entlangzufolgen – ein Fehler wie sich noch rausstellen wird. Zuerst geht es über saftig grün strahlende Felder bis ans Meer. Dort wird der Weg zum Pfad, welcher immer schmaler wird. Nach rund einem Kilometer stehe ich vor einer Abbruchkante. Das Meer hat sich augenscheinlich vor gar nicht allzu langer Zeit den Pfad einverleibt. Umdrehen ist in diesem Augenblick keine Option. Also schiebe ich das Rad über den Strand. Weicher Sandstrand, und bepacktes Fahrrad kosten aber durchaus Kraft und Zeit. Nach fast zwei Kilometern treffe ich wieder auf den Weg, welcher dann kurze Zeit später auf den EV 10 führt. Schöner Abstecher, der aber auch dazu führt, dass ich dann nach weiteren 20 Kilometern die ursprünglich geplante Fähre verpasse. Halb so wild. Die Sonne scheint, es sind deutlich über 20 Grad und mache es mir auf der Hafenmauer gemütlich. Nach knapp zwei Stunden geht es dann in 50 Minuten mit der Fähre von Fynshav nach Søby auf Ærø. Jetzt habe ich noch etwa 30 Kilometer vor mir. Über kleine Straßen und Wirtschaftswege fahre ich immer mit Sicht aufs Meer durch die immer tiefer stehende Sonne, das Meer immer in Sichtweite, über die wunderschöne Insel. Die Felder strahlen satt grün, der Raps knallgelb und die Häuser mit ihren Reetdächern wirken fast schon kitschig. Nach einem hervorragenden Abendessen im Hafen von Marstal fahre ich zu meinem Tagesziel. Ich baue mein Zelt heute im Garten von Ragna auf. Gefunden hatte ich diesen privaten Platz über diese Suche von visitdenmark.de. 

Tag 2 – Ærø nach Præstø

Die Nacht war wild. Gegen zwei Uhr werde ich wach. Es ist am Schütten, es donnert und der Wind zerrt am Zelt. Irgendwann schlafe ich wieder ein. Irgendwie ist das Regenprasseln auf dem Zelt auch hypnotisierend. Am nächsten Morgen ist es zwar immer noch windig, aber auch trocken und sonnig. Das Zelt hat dichtgehalten und ist schnell verstaut. Ragna lädt mich zum Frühstück ein und um halb neun sitze ich schon wieder auf dem Rad. Von Marstal geht es mit der Fähre nach Langeland. Die Insel ist mit ihren rund acht Kilometern Breite aber schnell überquert. Auf Lolland angekommen verlasse ich die Küste und fahre weitestgehend über menschenleere Nebenstraßen und Wirtschaftswege. Ständiger Begleiter ist heute der Wind. Anfangs noch von schräg vorne kommt er ab Mittag durchweg von vorne. Aber immerhin scheint auch kontinuierlich die Sonne. Richtig anstrengend wird es dann nach 125 zurückgelegten Kilometern. Auf der drei Kilometer langen Storstømsbroen habe ich fast das Gefühl gar nicht mehr voranzukommen. Die Brücke hinter mir gelassen wird es zwar wieder etwas windgeschützter, dafür steht heute aber auch noch einiges an Auf und Ab an. Die Anstiege sind zwar nie besonders lang oder steil, ich merke das Gepäck und die Distanz aber schon. Mein Tagesziel liegt nach 165 direkt am Prestø Fjord. Ein riesiger Campingplatz. Nicht gerade das ganz große Abenteuer, aber wunderbare Duschen, eine Pizzeria und ein noch geöffneter Supermarkt. Hier bekomme ich neue Bananen, eine Tüte Chips und ein Bier, um die Energie für den nächsten Tag aufzufüllen. 

Tag 3 – Prestø -Kopenhagen – Helsingborg – Ängelholm

Nachdem mich die Sonne wirklich früh geweckt hat, starte ich früh in den Tag. Schon um halb acht ist das Zelt abgebaut und Kaffee gekocht. Als der Shop um acht Uhr öffnet kaufe ich ein Croissant und zwei Brötchen, frühstücke in der Sonne und bekomme einen Eindruck davon, was für Wetter mich erwartet. Schon um acht Uhr ist es in kurzer Radhose und Trikot fast zu warm. Fühlt sich richtig gut an. Also nochmal Flaschen auffüllen und los geht’s. Mein erster Zwischenstopp steht heute nach 80 Kilometern an: Die kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen. Ein bisschen klassischen Touri-Programm muss halt eben doch sein. Die ersten 40 Kilometer geht es über kleine Landstraßen, anschließend folge ich der Küstenstraße. Hier immer auf großartig ausgebauten Radwegen. Der Großraum Kopenhagen wird dann etwas quirliger. Hier ist dann doch auch auf den Straßen mal wieder was los, aber auch in der Stadt macht das Radfahren wirklich Spaß. An einem Supermarkt kaufe ich nochmal Bananen, Cola und einen Schokoriegel und mache meine Mittagspause mit Blick auf die Meerjungfrau am Hafen. Nördlich von Kopenhagen fahre ich durch ein riesiges Naturschutzgebiet rund um das Jagdschloss Eremitage. Die Parkähnliche Anlage ist weitläufig und die Gravelautobahnen machen wirklich Spaß. Als ich den Park verlasse, lande ich wieder auf der Küstenstraße und folge dieser bis zur Fähre. Diese bringt mich in rund 40 Minuten von Helsingør in Dänemark nach Helsingborg in Schweden. Um aus der Stadt rauszukommen, steht dann nochmal Klettern auf dem Programm. Ziel heute ist ein Zeltplatz in Ängelholm. Nach rund 165 Kilometern komme ich an. Jetzt ist wieder Routine angesagt. Zelt aufbauen, duschen, Pizza. Dann noch ein Eis am Strand. Leider ist es am Strand so windig, dass es sich nicht lange aushalten lässt. Aber der lange Tag auf dem Rad hat auch seine Spuren hinterlassen. Noch ein paar Seiten im Zelt lesen und dann schlafe ich wieder richtig gut.

Tag 4 – Ängelholm nach Varberg

Am nächsten Morgen weckt die Sonne mich wieder viel zu früh. Da das Zelt vom nächtlichen Regen noch nass ist gehe ich nochmal zum Strand. Heute morgen ist es fast windstill. Die Ostsee ist richtig angenehm, also gehe ich eine kurze Runde schwimmen. Zurück am Zelt wird Kaffee gekocht und gefrühstückt. Nachdem ich das Salzwasser abgeduscht habe, ist das Zelt auch so weit abgetrocknet, dass ich es wegpacken kann. Um halb neun sitze ich auf dem Rad und Starte auf den Kattegatsleden. Dem Radweg werde ich die nächsten Tage in weiten Teilen bis Göteborg folgen. Heute geht es aber nur bis nach Varberg. Um dort hinzukommen, geht es recht zügig über den Radweg Richtung Norden. Da der Radweg zwei Landzungen abschneidet, geht es auch zweimal ordentlich bergauf. Allerdings nie besonders steil nur kontinuierlich. Zwischendurch mache ich Pause an einer Tankstelle. Es ist einfach so warm, dass schon nach rund 60 Kilometern beide Trinkflaschen leer sind. Also Cola und Wasser nachfüllen und zwei Schokoriegel für die Energie. Am frühen Nachmittag komme ich bei meinem Tagesziel an. Mein Cousin wohnt mit Frau und Söhnen seit einigen Jahren in Schweden und beherbergt mich in dieser Nacht. Wundervoll ihn und seine kleine Familie mal in Schweden zu besuchen. Wir grillen, gehen noch an der örtlichen Badestelle schwimmen (bei über 20 Grad Wassertemperatur) und trinken ein Bier in einer Strandbar. Fühlt sich mehr an wie Mittelmeer. 

Tag 5 Varberg – Göteborg – Skagen

Der nächste Tag startet recht entspannt. Ich muss ja kein Zelt abbauen, die meisten Sachen konnten über Nacht in ihren Taschen am Rad bleiben. Also frühstücken wir gemeinsam und als die Kids in den Kindergarten gebracht werden fahre ich los. Schon am Vortag fing es an und heute begleitet es mich den ganzen Tag: Die Landschaft hier am Kattegatsleden ist wirklich wunderschön. Ein bisschen Bilderbuch Schweden. Kleine bunte Fischerhäuser auf den Scheren, Fischerboote in den Buchten hier und da ein Leuchtturm. Ich könnte tagelang hier verbringen und weiß gar nicht wie ich die ganzen Eindrücke einfangen soll. Trotz des kontinuierlichen Gegenwindes komme ich aber gut durch und bin fast zwei Stunden vor Abfahrt an der Fähre. Das Warten wird ganz schön lang, da die Fähre dann auch noch mit fast einer Stunde Verspätung losfährt. Ich merke schon: das wird ein langer Tag. Ich esse auf der Fähre etwas, suche mir einen Sitzplatz im Ruhebereich und schlafe ein Stündchen. Nach neun Uhr verlasse ich die Fähre in Frederikshaven und habe noch rund 40 Kilometer vor mir. Strammer Gegenwind bläst mir die ersten 20 Kilometer ins Gesicht. Die Sonne sinkt immer tiefer, aber ich werde mit einem wunderschönen Radweg belohnt. Er schlängelt sich über Kilometer durch Marschland und Dünen. Kleines Highlight ist eine verlassene Kirche mittenb in den Dünen. Sie wurde vor einigen Jahren aufgegeben und versinkt langsam aber stetig im Sand. Gerade im Sonnenuntergang ein tolles Bild. Die Sonne steht schon tief am Horizont, als ich auf meinem Zeltplatz ankomme. Der Platz in Skagen liegt direkt hinter der Düne und ich bin fast alleine. Ich baue das Zelt auf, gehe Duschen und mache noch einen Spaziergang am Strand. Es ist einfach zu schön hier. 

Tag 6 – Skagen nach Als

Die Sonne weckt mich diesmal gar nicht so früh. Um sieben Uhr hält es mich aber dennoch nicht mehr im Zelt. Ich koche mir einen Kaffee, esse eine Banane und mache eine kleine Wanderung. Am Strand laufe ich vorbei an Bunker-Ruinen aus dem zweiten Weltkrieg und einem Leuchtturm rund vier Kilometer nach Norden. Dann stehe ich am nördlichsten Punkt Dänemarks. Hier treffen Nord- und Ostsee zusammen. Unbeschreiblich schön hier. Aufgrund der Uhrzeit bin ich auch noch fast allein. Auf dem Rückweg bekommt man einen Eindruck was dort später los sein wird. Eine förmliche Völkerwanderung kommt mir entgegen. Am Zeltplatz angekommen ziehe ich mich um, baue das Zelt ab und mache mich auf den Weg. Bei einem Bäcker in Skagen kaufe ich mir noch einen Kaffee und esse dazu eine Spezialität, die mich völlig umhaut. Ein Croissant gefüllt mit Marzipan und Karamell, bestreut mit Krokant und Mandeln. Skagen Horn. Unfassbar lecker! Heute folge ich den ganzen Tag dem Küstenradweg. Er verläuft oft parallel zur Küstenstraße, was aber gar nicht schlimm ist. Man merkt, dass wirklich noch keine Saison ist. Es ist einfach überall sehr wenig los. Ich genieße jeden Augenblick. Auch dass es immer mal wieder anfängt zu nieseln trübt die Stimmung wenig. 

Nach 120 Kilometern finde ich einen Campingplatz. Da es aber ein völlig verbauter Platz, voll mit Dauercampern ist entscheide ich mich dagegen. Ich fahre weiter, was sich als super Entscheidung herausstellt. Ich finde einen wunderschönen Rastplatz auf einer Anhöhe/ Klippe mit direktem Blick aufs Meer. Ich bin völlig überwältigt von diesem Platz. Meine Stimmung trübt sich nicht einmal, als ich feststelle dass ich unterwegs irgendwo meinen Kulturbeutel und meine Birkenstocks verloren habe. Egal. Ich baue das Zelt auf und koche mir Abendessen. Es gibt Treckingnahrung. Vegetarische Bolognese. Erstaunlich lecker. Dazu eine Tüte Chips und eine Dose Bier von der Tankstelle. Ich sitze vorm Zelt und blicke einfach aufs Meer. Es ist einfach so schön hier. 

Tag 7 Als nach Skanderborg

Die Nacht ist heftig. Erst frischt der Wind auf, dann fängt es an zu regnen und schlussendlich fängt es an zu gewittern. Es entsteht ein richtiges Unwetter. Auf meiner Klippe bin ich schön exponiert. Ein leicht mulmiges Gefühl habe ich schon. Erst lese ich etwas, kann mich aber nicht konzentrieren. Ein Hörbuch hilft dann doch irgendwann beim Einschlafen. Am nächsten Morgen schlafe ich deswegen wohl auch mal wieder etwas länger. Um acht Uhr klettere ich aus dem Zelt. Es ist über Nacht deutlich kälter geworden. Erstmal Kaffee kochen. Dann trockne ich das Zelt von außen ab. Der Wind sorgt dafür, dass es in ein paar Minuten trocken genug zum Wegpacken ist. Dann geht es los. Erst einmal einen Supermarkt suchen. Bananen, Weingummi und Schokoriegel kaufen. Außerdem Ersatz für den verlorenen Kulturbeutel! Dann kann es aber auch los gehen. Heute verlasse ich die Küste erstmal und fahre wieder auf kleinen Landstraßen, Wald- und Wirtschaftswegen durch Dänemark. Ich lasse es ruhig angehen und genieße die wundervolle Natur. In der Altstadt von Aarhus mache ich eine längere Pause, esse sehr leckere Muscheln und trinke ein Bier. Es lässt sich wirklich gut aushalten, auch wenn ich, obwohl ich in der Sonne sitze, beide Jacken, die ich dabeihabe, anziehen muss und irgendwann sogar meine Wollmütze raushole. Direkt am See von Skanderborg finde ich einen Naturcampingplatz. Er ist nett gelegen und ich bin der einzige Gast. Ich suche mir einen Platz, baue das Zelt auf, gehe in aller Ruhe duschen und koche mir anschießend Abendessen. Man hört hier nur die Natur. Der Wind rauscht in den Bäumen und man hört Vögel zwitschern. So schön!

Tag 8 Skanderborg nach Hejlsminde

Als ich aufwache, ist mir fast ein wenig kalt. Der Blick auf den Radcomputer sagt sieben Grad. Und es regnet. Also ziehe ich mir ein Longsleeve an und mache nochmal die Augen zu. Um Acht hat es aufgehört zu regnen und ich klettere aus dem Zelt. Die Routine geht wieder los. Kaffee kochen, Zelt trocknen und Fahrrad packen. Auf dem Rad brauche ich ein paar Kilometer, bis es wirklich warm wird. Aber als die Sonne durch die Wolken bricht wird es besser. Was neben Bewegung hilft, ist Essen. Also kaufe ich am nächsten Supermarkt nochmal Äpfel, Bananen und Skagen Horn! Dann fahre ich vor allem über Feld- und Waldwege Richtung Süden. Die Gegend hier erinnert fast an ZDF Sonntagsabend Filme. Kleine Ortschaften, oft nur Höfe auf weiten Feldern, wunderschöne Alleen. Einfach eine so schöne Gegend. Selbst dass es immer wieder anfängt zu regnen und die Tageshöchsttemperatur bei 14 Grad liegt stört mich nicht. In Kölding drehe ich eine Tour durch die Altstadt, schaue mir die Burg an und gönne mir dann in einem Fischrestaurant in der Sonne ein Krabbensandwich und ein Bier. Hier lässt es sich aushalten. 30 Kilometer weiter finde ich wieder einen Campingplatz mit Blick auf eine Bucht. Eigentlich ist schon geschlossen, die Betreiberin sieht mich aber kommen, gibt mir freie Hand, wo auf dem fast leeren Platz ich mein Zelt aufschlage, verkauft mir noch Chips, Cola und ein Bier und kocht mir einen Kaffee zum Aufwärmen. Diesmal gehe ich tatsächlich auch erst Duschen und baue dann warm eingepackt mein Zelt auf. Der Wettergott meint es gut mit mir und dreht den Wind etwas herunter. Außerdem klart es noch was auf. Ich koche mir Abendessen und setze mich mit den Nudeln und meinem Bier auf den Steg. Ich esse, lasse die Füße baumeln und genieße den Abend. Leider wird es dann doch irgendwann zu kalt und ich kuschle mich früh in meinen Schlafsack. Ich schlafe aber auch schnell ein. Eine gewisse Grunderschöpfung habe ich dann doch in den Knochen. 

Tag 9 Hejlsminde nach Flensburg

Ein letztes Mal. Zelt trocknen, Kaffee kochen, in der Sonne frühstücken, Fahrrad packen und dann geht es zurück nach Flensburg. Die letzten 80 Kilometer sind eher unspektakulär. Ich fahre größtenteils entlang der Landstraße. Es läuft richtig gut und ich bin schon drei Stunden vor Abfahrt meines Zuges in Flensburg. Das stört mich aber gar nicht. Die Sonne scheint wieder! Ich fahre in den Hafen, kaufe mir ein Matjes- und ein Backfischbrötchen, ein Bier und setze mich in den Hafen. Ich esse, trinke und rekapituliere meine Tour. Ich ruhe in mir selber, schaue den Möven und Schiffen zu und lasse die Zeit verstreichen. 

1.244 Kilometer mit 4.300 Höhenmetern liegen hinter mir. Sieben Fähren, 57 Stunden reine Fahrzeit und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22km/h. 15 Bananen, ein Haufen Müsli- und Schokoriegel, mehrere Liter Cola, die Liste der verbrauchten Kalorien ist lang! 

Die ganze Tour habe ich in einer Komoot Kollektion zusammengefasst! 

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